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Wie Sie die Harnsäure in Griff bekommen - nie wieder Gichtanfälle!

  • Autorenbild: felixmichalke
    felixmichalke
  • 15. Nov.
  • 2 Min. Lesezeit

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Liebe Patientinnen und Patienten,


Wer schon einmal einen Gichtanfall erlebt hat, der weiß, wie schmerzhaft dies mitunter sein kann. Ein Gichtanfall entsteht, wenn sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern. Daher gilt: je niedriger die Harnsäurespiegel im Blut, desto niedriger Ihr Risiko für einen Gichtanfall (in einer großen Studie (Quelle) mit 2000 Probanden lag das jährliche Risiko für einen Gichtanfall bei Harnsäurewerten von >9mg/dl bei 5% pro Jahr, bei 7-9mg/dl bei 0.5% pro Jahr und darunter bei 0.1%!).


Der Gichtanfall ist dabei nur das spürbare schmerzhafte Symptom der hohen Harnsäure. Man weiß inzwischen auch, dass bei der Produktion der Harnsäure sogenannte ROS , d.h. reaktive Sauerstoffmoleküle, entstehen. Diese führen, wenn Sie vermehrt auftreten zu einer Entzündungsreaktion an den Gefäßwänden (dem Endothel) und dies wiederrum zu Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck, Nierenschwäche, Arteriosklerose, schnellerem Altern und Diabetes.


Bei Patienten mit sehr hohem Harnsäurespiegel und Gichtanfällen senken wir die Harnsäure mittels Allopurinol, welches die Bildung von Harnsäure vermindert und den Harnsäurespiegel durchschnittlich um 1-1.5mg/dl senkt. Beginnt man direkt nach dem Gichtanfall mit der medikamentösen Senkung der Harnsäure kommt es zu Umbauprozessen in den Gichtkristallen, welche dann erneut Gichtanfälle auslösen können. Insofern wartet man 3 Monate und beginnt erst dann mit der medikamentösen Therapie.


Wie oben beschrieben steigt aber auch ohne Gichtanfall das Risiko für zahlreiche Erkrankungen, wenn die Harnsäure zu hoch ist und leider ist bislang unklar, ob hier eine medikamentöse Therapie mit Allopurinol wirklich hilft. Was also können Sie tun, damit Ihre Harnsäure auch ohne Medikamente sinkt?


Wir haben die Top 5 herausgesucht


  1. Gewichtsreduktion: bei übergewichtigen Patienten konnte in einer Studie durch Diät der Harnsäurespiegel um 0.2-1.9mg/dl gesenkt werden (abhängig vom Außmaß des Überwegichts und der erzielten Gewichtsreduktion). (Quelle)

  2. Überwiegend pflanzliche Ernährung: Senkung der Harnsäure um im Mittel 0.25mg/dl. Tierische Eiweiße (v.a. Innereien) und kleine Meerestiere, die samt Innereien verzehrt werden (Sardinen, Sardellen, Krabben,...) enthalten sehr viel Purin, welches im Körper zu Harnsäure abgebaut wird.

  3. Vitamin C-Einnahme: 500mg Vitamin C pro Tag senken die Harnsäure im Schnitt um 0.3mg/dl (Quelle)

  4. Weniger alkoholische Getränke: relativ kleiner Effekt (0.02mg/dl je kleinem Bier 0.3l). Moderater Konsum also gut möglich - wenn beim Volksfest mehrere Maß getrunken werden, kann dies durchaus einen Gichtanfall auslösen

  5. Weniger Softdrinks und Säfte: beides enthält Fruktose, welche mit einer höheren Harnsäure einhergehen (Quelle). Auch hier ist wie beim Alkohol der Effekt je Getränk klein aber wenn Sie über den Tag verteilt große Mengen Softdrinks trinken, steigt die Harnsäure deutlich an.


Der Effekt einer Maßnahme alleine ist sicherlich klein aber kombiniert können Sie Ihren Harnsäurespiegel damit sehr deutlich senken und damit einen wertvollen Beitrag für Ihre Gesundheit leisten.

Übrigens: im Rahmen des Gesundheits-Checks bestimmen wir bei HZV Patienten und Privatpatienten den Harnsäurespiegel grundsätzlich mit. Achten Sie bei den Laborergebnissen darauf, wie sich dieser entwickelt und kontrollieren Sie beim nächsten Mal, ob Sie ihn mit unseren Tipps bereits senken konnten.


Herzliche Grüße,


Ihre Dr. Karolina Echinger, Dr. Michaela Michalke, Dr. Felix Michalke und Team.


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